Wer vor Ihrer Kamera spricht, gibt Gesicht, Stimme und Aussage aus der Hand. Eine klare Einwilligung schützt beide Seiten. Hier lesen Sie, was hineingehört, finden eine Vorlage zum Anpassen und den Ablauf am Stand. Praxisleitfaden, keine Rechtsberatung.
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Ein Interview ist mehr als ein Foto. Die Person ist lange und groß im Bild, ihre Stimme ist zu hören, und sie sagt etwas, das mit ihrem Namen und oft mit ihrem Arbeitgeber verbunden wird. Die Aufnahme wird geschnitten, untertitelt und über Monate auf verschiedenen Kanälen genutzt. Auf ein berechtigtes Interesse allein sollten Sie sich hier nicht verlassen. Der sichere Weg ist eine schriftliche Einwilligung. Die Grundlagen dazu erklärt der Ratgeber Bildrechte auf Messen.
Das gilt besonders für Menschen, die nicht bei Ihnen angestellt sind: Kunden, Distributoren, Partner, Fachbesucher. Entsteht später Unklarheit, haben sie keinen Anlass, Ihnen entgegenzukommen. Eine saubere Einwilligung beantwortet die Fragen, bevor jemand sie stellt.
Dieser Ratgeber ist eine praktische Orientierung und keine Rechtsberatung. Die Vorlage unten ist ein Ausgangspunkt, den Ihre Rechtsabteilung oder Ihr Datenschutzbeauftragter an Ihr Unternehmen anpassen sollte.
Ist eine Vergütung oder ein Gegenwert vereinbart, gehört auch das in das Formular. Bei Minderjährigen unterschreiben die Erziehungsberechtigten.
Die folgende Formulierung ist bewusst einfach gehalten. Passen Sie die Angaben in eckigen Klammern an und lassen Sie den Text vor dem Einsatz prüfen.
Einwilligung in Bild- und Tonaufnahmen
Ich bin damit einverstanden, dass [Firma, Adresse] am [Datum] auf der Messe [Name der Messe] ein Interview mit mir in Bild und Ton aufzeichnet und Fotos von mir anfertigt. Die Aufnahmen dürfen gekürzt, geschnitten, untertitelt und übersetzt und mit meinem Namen, meiner Funktion und meinem Unternehmen versehen werden.
Die Aufnahmen dürfen für folgende Zwecke genutzt werden: [Website, Social-Media-Kanäle, Messefilm, Präsentationen, Newsletter, Anzeigen] in [Ländern oder Regionen, falls relevant]. Die Nutzung ist [zeitlich unbefristet / bis zum Datum] erlaubt.
Meine Teilnahme ist freiwillig. Ich kann diese Einwilligung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, per E-Mail an [Adresse]. Bereits veröffentlichte Inhalte werden dann, soweit möglich, entfernt. Informationen zum Datenschutz: [Link].
Name, Funktion, Unternehmen, Ort, Datum, Unterschrift
Prüfen Sie bei Kundeninterviews früh, ob die Person eine Freigabe ihres Arbeitgebers braucht, um öffentlich über Sie als Lieferanten zu sprechen. Sonst scheitert der beste Satz im Film an der Freigabe. Wie Sie Fragen und Ton vorbereiten, lesen Sie im Ratgeber Interview am Messestand.
Zeigen Sie Kunden und Partnern den fertigen Schnitt vor der Veröffentlichung. Das kostet einen Tag und vermeidet Ärger. Achten Sie besonders auf die Untertitel: Eine Übersetzung muss sinngemäß stimmen, Namen, Funktionen und Produktbezeichnungen müssen korrekt geschrieben sein.
Wird die Einwilligung widerrufen, gilt das für die Zukunft. Neue Veröffentlichungen mit der Person sind dann nicht mehr möglich, bestehende Posts und Seiten sollten Sie prüfen und, soweit möglich, anpassen. Was bereits gedruckt und verteilt ist, lässt sich in der Regel nicht zurückholen. Bei Filmen mit mehreren Gesprächspartnern hilft es, die Schnittfassungen so anzulegen, dass eine Person herausgenommen werden kann.
Bewahren Sie die Einwilligungen so lange auf, wie Sie die Aufnahmen nutzen, und verknüpfen Sie sie mit dem Projekt im Archiv. Wer in zwei Jahren einen Clip wiederverwenden möchte, muss sehen können, wofür er freigegeben ist.
Bei Pixer führen wir Interviews auf Deutsch, Englisch, Arabisch und Persisch. Schicken Sie uns Ihr Formular vorab, dann fragen wir vor jeder Aufnahme nach, ob die Unterschrift vorliegt. Mehr zu kurzen Kundenstimmen auf der Seite Testimonial-Video. Und noch einmal: Dies ist keine Rechtsberatung, die Vorlage ersetzt keine Prüfung durch Fachleute.
Für Interviews ist die schriftliche Einwilligung der sichere Weg.
Kanäle, Schnitt, Untertitel, Dauer und Widerruf klar benennen.
Formular mit der Interviewanfrage verschicken, damit Fragen vor dem Messetag geklärt sind.
Formular mindestens auf Deutsch und Englisch, bei Bedarf in weiteren Sprachen.
Kunden und Partner sehen den Schnitt vor der Veröffentlichung.
Einwilligung mit dem Projekt ablegen, solange die Aufnahmen genutzt werden.
Sie ist besser als nichts und ein guter zusätzlicher Nachweis. Für die Nutzung in Marketing und Werbung ist eine schriftliche Einwilligung aber der sichere Weg.
Ja, auch für Mitarbeiter und Führungskräfte ist eine schriftliche Einwilligung sinnvoll, am besten mit demselben Formular, das Sie für Messefotos verwenden.
Der Widerruf gilt für die Zukunft. Sie nutzen das Interview nicht mehr neu und prüfen bestehende Veröffentlichungen. Schnittfassungen, aus denen sich eine Person herausnehmen lässt, machen das einfacher.
In einer Sprache, die die Person sicher versteht. Deutsch und Englisch decken viele Fälle ab. Bei Gesprächspartnern aus anderen Ländern lohnt eine Übersetzung, die Ihre Rechtsabteilung prüft.
Sie ist ein Ausgangspunkt, keine geprüfte Rechtsvorlage. Lassen Sie sie von Ihrer Rechtsabteilung oder Ihrem Datenschutzbeauftragten an Ihr Unternehmen anpassen.
Verantwortlich ist das Unternehmen, das die Aufnahmen nutzt. Der Videograf kann aber vor jeder Aufnahme nachfragen, ob die Unterschrift vorliegt, und Sie daran erinnern, wenn sie fehlt.
Sie planen Interviews mit Kunden oder Partnern auf der Messe? Nennen Sie uns Messe, Termin und Sprachen, wir stimmen Ablauf und Einwilligungen mit Ihnen ab.
Antwort innerhalb von 24 Stunden. In Messewochen ist WhatsApp am schnellsten.