Bildschirme sind auf fast jedem Messestand das hellste und auffälligste Element. Auf Fotos und im Video werden sie schnell zum Problem: Streifen, Flimmern, Muster oder eine weiße Fläche. So vermeiden Sie das, als Aussteller und mit Ihrem Fotografen.
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Ein Monitor oder eine LED-Wand zeigt kein ruhiges Bild, auch wenn es für das Auge so wirkt. Das Bild wird viele Male pro Sekunde neu aufgebaut, und die Helligkeit wird bei vielen LED-Wänden durch schnelles Ein- und Ausschalten geregelt. Das Auge mittelt das zu einem stabilen Eindruck. Eine Kamera mit kurzer Belichtungszeit dagegen erwischt nur einen Ausschnitt dieses Zyklus.
Daraus entstehen drei typische Fehler:
Keines dieser Probleme ist neu, und alle lassen sich mit Erfahrung in den Griff bekommen.
Die Verschlusszeit wird an die Bildwiederholrate des Bildschirms und an die Netzfrequenz angepasst, die in Europa bei 50 Hz liegt. Viele aktuelle Kameras haben zudem eine Flimmererkennung, die den Auslösemoment passend wählt. Im Video wird die Bildrate so gewählt, dass sie zum Takt der Beleuchtung passt. Ein kurzer Test am Stand zeigt sofort, welche Einstellung funktioniert.
Schon ein kleiner Wechsel von Abstand, Winkel oder Brennweite lässt das Muster verschwinden. Leichte Unschärfe auf der LED-Wand, etwa durch Fokus auf eine Person davor, hilft ebenfalls. Ein erfahrener Fotograf prüft das Bild auf dem Kameradisplay in der Vergrößerung, bevor er weitermacht.
Belichtet wird auf Gesichter und Produkte. Damit der Bildschirm trotzdem Zeichnung behält, hilft es, seine Helligkeit für die Aufnahmen zu reduzieren oder Licht auf den Stand zu bringen. Mehr zu Licht in der Halle lesen Sie im Ratgeber Dunkle Messehallen fotografieren.
Der wichtigste Beitrag des Ausstellers betrifft nicht die Technik, sondern den Inhalt auf dem Bildschirm. Was dort läuft, erscheint auf jedem Foto.
Manchmal ist auf einem ansonsten guten Foto der falsche Inhalt auf dem Monitor zu sehen, etwa ein Übergang zwischen zwei Folien. Dann kann der Bildschirminhalt in der Nachbearbeitung durch ein passendes Motiv ersetzt werden, sofern Sie die Datei bereitstellen und die Rechte daran haben. Das ist sauberer als ein halbes Bild, erfordert aber etwas Zeit und sollte die Ausnahme bleiben.
Besser ist es, wichtige Motive vor Ort mehrfach aufzunehmen, jeweils mit dem gewünschten Inhalt auf dem Bildschirm. Bei Pixer sprechen wir das im Briefing ab: welche Bildschirme im Bild sein sollen, welcher Inhalt dann läuft und wer vor Ort umschalten kann. Die Auswahl erhalten Sie innerhalb von 24 Stunden nach Messeende, mit zwei Korrekturschleifen.
Ein praktischer Tipp: Legen Sie die Fotofolie als eigene Datei auf einen USB-Stick oder in einen gemeinsamen Ordner, damit der Inhalt auch dann verfügbar ist, wenn der Rechner am Stand neu startet. So lässt sich derselbe Inhalt später auch für einen Austausch in der Nachbearbeitung verwenden, ohne dass jemand nach der richtigen Version suchen muss.
Die folgende Übersicht fasst zusammen, was Sie vor dem ersten Foto an jedem Bildschirm prüfen sollten. Sie passt auf eine Seite und kann dem Standpersonal ausgedruckt mitgegeben werden.
| Prüfpunkt | Warum | Wer |
|---|---|---|
| Fotofolie liegt bereit und ist schnell abrufbar | Lesbarer Inhalt auf jedem Foto | Marketing |
| Keine Update-Hinweise, kein Mauszeiger, kein Standby | Professioneller Eindruck | Standtechnik |
| Helligkeit der LED-Wand lässt sich absenken | Zeichnung auf dem Bildschirm | Standbauer |
| Monitore spiegeln keine Spots | Weniger Retusche | Standbauer |
| Musik in Standvideos ist lizenziert oder stumm | Keine Rechteprobleme im Video | Marketing |
Planen Sie für diese Runde etwa eine Viertelstunde vor Messeöffnung ein. Wenn der Fotograf dann ankommt, kann er direkt mit den Standübersichten beginnen, statt auf die Technik zu warten.
Im Video fällt Flimmern stärker auf als auf Fotos, weil es sich bewegt. Deshalb testen wir Bildrate und Verschlusszeit an jeder LED-Wand kurz vor Drehbeginn. Bei Schwenks über große LED-Flächen kann zudem der Rolling-Shutter-Effekt auftreten, bei dem Inhalte schräg verzerrt wirken. Ruhigere Kamerabewegungen verhindern das.
Auf Messen mit vielen Bildschirmen, etwa der IFA in Berlin, ist die Vorbereitung besonders wichtig. Dort stehen oft viele Monitore auf einem Stand, jeweils mit eigener Helligkeit und eigenem Takt. Ein fester Ansprechpartner für die Bildschirmtechnik am Stand macht die Aufnahmen deutlich einfacher.
Eine ruhige Folie mit Logo und Kernaussage ist auf jedem Foto gut lesbar.
Verschlusszeit und Bildrate werden an Bildschirm und Netzfrequenz angepasst.
Ein anderer Abstand, Winkel oder Fokus lässt Muster auf LED-Wänden verschwinden.
Ein Ansprechpartner, der die LED-Wand dimmen kann, spart Retusche.
Update-Hinweise, Mauszeiger und Standby-Bildschirme vor Messeöffnung prüfen.
Wichtige Motive mit dem gewünschten Inhalt auf dem Bildschirm wiederholen.
Die Belichtungszeit war kürzer als der Bildaufbau des Bildschirms oder passte nicht zum Takt der Beleuchtung. Eine angepasste Verschlusszeit behebt das in der Regel.
Moiré ist ein Wellen- oder Regenbogenmuster, das entsteht, wenn sich Pixelraster von Bildschirm und Kamerasensor überlagern. Ein anderer Abstand, Winkel oder eine leichte Unschärfe auf dem Bildschirm lösen es meist.
Oft ja, zumindest für einzelne Aufnahmen. So behält der Bildschirm Zeichnung, und Menschen und Produkte davor sind trotzdem richtig belichtet.
Ja, wenn Sie die passende Datei bereitstellen und die Rechte daran haben. Es ist aber besser, wichtige Motive vor Ort mit dem richtigen Inhalt aufzunehmen.
Ruhige Motive mit Logo, Produkt und einer kurzen Aussage. Laufschriften, schnelle Schnitte und viel Kleingedrucktes sind auf Standbildern kaum lesbar.
Ihr Stand arbeitet mit großen LED-Flächen oder vielen Monitoren? Schreiben Sie uns, welche Bildschirme im Bild sein sollen, wir stimmen Technik und Ablauf darauf ab.
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