Ein Livestream bringt Kunden an den Stand, die nicht anreisen konnten. Er ist aber auch die anfälligste Form von Messe-Content. Dieser Ratgeber zeigt, wann er sich lohnt, was Sie technisch brauchen und welche Rechte Sie vorher klären.
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Ein Livestream ist kein Ersatz für Fotos und ein Highlight-Video, sondern ein zusätzliches Format mit einem klaren Zweck. Er lohnt sich, wenn es einen festen Programmpunkt gibt, auf den Zuschauer warten: eine Produktvorstellung zu einer angekündigten Uhrzeit, ein Vortrag auf Ihrer Standbühne, eine Podiumsrunde mit Partnern oder eine Live-Vorführung einer Maschine.
Schwierig wird es, wenn der Stream einfach „die Messe zeigen“ soll. Eine Kamera, die eine Stunde lang auf einen belebten Stand gerichtet ist, erzeugt kaum Zuschauer und bindet trotzdem Technik und Personal. Fragen Sie sich deshalb vor jeder Entscheidung:
Wenn die letzte Frage mit Ja beantwortet wird, ist die Aufzeichnung fast immer die robustere Wahl.
Das gilt besonders für Aussteller, deren Zentrale oder Händler in anderen Zeitzonen sitzen. Wenn Ihre Präsentation in Düsseldorf um 11 Uhr beginnt, schläft ein Teil Ihres Publikums noch oder hat bereits Feierabend. Eine Aufzeichnung, die am Abend mit Untertiteln bereitsteht, erreicht diese Zuschauer zuverlässiger als ein Stream zur falschen Uhrzeit.
Das Bild ist selten das Problem. Eine gute Kamera oder zwei, ein Stativ und ein kleines Mischpult für den Bildwechsel sind schnell aufgebaut. Die beiden Schwachstellen auf Messen sind Ton und Internet.
Messehallen sind laut, und das eingebaute Mikrofon einer Kamera nimmt vor allem den Nachbarstand auf. Für einen verständlichen Stream braucht jede sprechende Person ein Ansteckmikrofon oder ein Handmikrofon, das direkt ins Mischpult geht. Wenn auf Ihrer Standbühne eine Beschallung läuft, greifen Sie das Signal dort ab, statt es über die Lautsprecher erneut aufzunehmen.
WLAN in der Halle ist für einen Stream ungeeignet, weil sich tausende Geräte dieselben Frequenzen teilen. Planen Sie eine kabelgebundene Leitung, die Sie beim Veranstalter als Service bestellen. Die verfügbaren Bandbreiten, Preise und Bestellfristen stehen im Ausstellerhandbuch Ihrer Messe; bestellen Sie früh, denn nachträgliche Anschlüsse während des Aufbaus sind oft teurer oder nicht mehr möglich. Ein Mobilfunk-Bonding-Gerät als zweite Leitung ist sinnvoll, sollte aber nie die einzige sein.
Bei einem Livestream gibt es keinen Schnitt, in dem Sie etwas entfernen können. Alles, was die Kamera zeigt und das Mikrofon hört, geht sofort hinaus. Deshalb müssen drei Fragen vorher geklärt sein.
Personen: Sprecher und Standpersonal geben ihre Einwilligung vorab schriftlich. Besucher, die zufällig durchs Bild laufen, sind der heikle Teil. Richten Sie die Kamera so aus, dass sie auf die Bühne oder den Vorführbereich zeigt und nicht auf den Gang. Ein gut sichtbarer Hinweis am Stand, dass gestreamt wird, gehört dazu. Details zu Einwilligungen und DSGVO lesen Sie im Ratgeber Bildrechte auf Messen.
Musik: Wenn am Nachbarstand Musik läuft oder Sie selbst Hintergrundmusik spielen, landet sie im Stream. Viele Plattformen erkennen geschützte Titel automatisch und schalten den Ton stumm oder den Stream ab. Mehr dazu im Ratgeber Musik in Messevideos.
Veranstalter: Manche Messen regeln Aufnahmen und Übertragungen im Ausstellerhandbuch, insbesondere für Vorträge in veranstaltereigenen Foren. Prüfen Sie das Ausstellerhandbuch Ihrer Messe und fragen Sie im Zweifel beim Ausstellerservice nach.
Ein Stream, der um 14 Uhr starten soll, beginnt für das Team am Morgen. So sieht ein bewährter Ablauf aus:
Unterschätzt wird der letzte Punkt. Die meisten Menschen sehen die Präsentation später, nicht live. Die Aufzeichnung und zwei oder drei kurze Ausschnitte daraus sind oft der eigentliche Wert des Streams.
Für viele Aussteller ist eine professionelle Aufzeichnung mit schnellem Schnitt die bessere Lösung. Sie haben saubereren Ton, können Versprecher entfernen, Untertitel ergänzen und das Material in mehreren Längen nutzen. Das Risiko einer abbrechenden Leitung entfällt.
Bei Pixer zeichnen wir Vorträge und Produktvorstellungen am Stand mit einer oder mehreren Kameras auf und liefern Fotos und Videos innerhalb von 24 Stunden nach Messeende, erste Fotos meist noch am selben Tag. Wie so eine Produktion aussieht, sehen Sie auf der Seite Messevideo-Produktion. Ob sich zusätzlich ein Livestream lohnt, klären wir gern im Vorgespräch mit Ihnen.
Streamen Sie einen angekündigten Programmpunkt, nicht den ganzen Messetag.
Bestellen Sie einen kabelgebundenen Anschluss über den Veranstalter und planen Sie eine zweite Leitung.
Jeder Sprecher braucht ein eigenes Mikrofon. Das Kameramikrofon reicht in der Halle nicht.
Einwilligungen, Musik und Regeln des Veranstalters müssen vor dem Start geklärt sein.
Die meisten Zuschauer sehen später zu. Sichern und schneiden Sie die Aufzeichnung.
Eine Aufzeichnung mit Schnitt innerhalb von 24 Stunden ist oft robuster als ein Livestream.
Das regelt jede Messe selbst. Prüfen Sie das Ausstellerhandbuch und fragen Sie beim Ausstellerservice nach, vor allem wenn Sie in einem veranstaltereigenen Forum streamen möchten.
In der Regel nicht. Das WLAN ist während der Öffnungszeiten stark ausgelastet. Planen Sie einen kabelgebundenen Anschluss, den Sie beim Veranstalter bestellen, und eine zweite Leitung als Reserve.
Richten Sie die Kamera auf Bühne oder Vorführbereich statt auf den Gang und weisen Sie am Stand sichtbar auf die Übertragung hin. Sprecher und Standpersonal geben ihre Einwilligung vorab schriftlich.
Mindestens eine Person nur für die Technik und eine für Chat und Moderation. Die Sprecher selbst sollten sich nicht um die Technik kümmern müssen.
Ja, wenn die Rechte von Sprechern und Musik geklärt sind. Kurzfassungen und Ausschnitte für LinkedIn oder den Newsletter bringen oft mehr Reichweite als der Stream selbst.
Ja. Wir zeichnen Vorträge und Präsentationen am Stand auf und liefern Fotos und Videos innerhalb von 24 Stunden nach Messeende, mit zwei Korrekturschleifen.
Sie planen eine Präsentation am Stand und möchten sie aufzeichnen oder übertragen lassen? Schreiben Sie uns Messe, Termin und Programmpunkt, wir melden uns mit einem Vorschlag.
Antwort innerhalb von 24 Stunden. In Messewochen ist WhatsApp am schnellsten.